two hearted man
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Ausgewählter Beitrag

1 Jahr 4 Monate Testo

Der letzte Testo-Überblick wurde von mir im >Januar< geschrieben. Es ist also nach der Dosis-Änderung letztens mal wieder Zeit für einen Überblick.


Seit Januar hat sich einiges geändert. Vor allem, weil ich ja im März von der Unterdosierung erfahren habe. Am 07.03. stieg ich also um auf ein anderes Präparat, am 18.03. und am 03.04. erhöhte ich damit die Dosis. Der letzte Blutwert war ENDLICH im normalen männlichen Bereich. Allerdings habe ich nur den Wert bekommen, mit der Ärztin telefonisch gesprochen habe ich noch nicht, das steht noch an. Abwarten, ich bin gespannt. Habe aber ein gutes Gefühl, einmal wegen des Wertes und zudem aufgrund dessen, was mein Körper mir aktuell sagt.


RÜCKENSCHMERZEN, WECHSELJAHRE

Vorher konnte ich manche Nebenwirkungen gar nicht als solche einordnen, da sie mir "normal" schienen. Aber nachdem sie nun verschwunden sind, ziehe ich rückwirkend meine Schlüsse: Rückenschmerzen kamen immer mal wieder vor. Wenn Östro UND Testo fehlen (Blocker ohne Hormongabe) kann ich kaum aufrecht gehen. Blocker und niedriges Testo ist okay. Wenn das Östro durchkommt (ohne Blocker) und beides gering ist, habe ich wieder Schmerzen. Seit ich die Dosis erhöht habe, fühlt sich das alles endlich wieder im Gleichgewicht an. 

Auch die typischen Wechseljahresbeschwerden (Kreislauf, Hitzewallungen) treten nicht mehr auf. Seit ich das Präparat gewechselt habe, fühle ich mich erstaunlich gut :-)


DEPRESSION

Solange ich Blocker und Testo hatte, ging es einigermaßen. Aber sobald die Blocker ausliefen und das Testo niedrig war, schlich sich schrittweise die Depression ein. Das Tückische daran: es kam zeitlich ungefähr gleich mit dem neuen Job und dem Trauerfall. Emotional konnte ich diese Themen aber gut verarbeiten, fühlte mich eigentlich wohl. 

Ich kenne Depressionen von früher, und ich habe schon damals gelernt zu unterscheiden zwischen "ich habe eine Depression" und "ich fühle mich gerade schlecht, weil etwas Trauriges / Schlimmes" passiert ist. Aber ich habe mal wieder nicht auf mich gehört. 

Spannend, dass es dann schlagartig besser wurde, als ich das Präparat wechselte und die Dosis erhöhte. Ich will damit nicht sagen, dass Testo bei ungünstiger Dosierung zwangsläufig zu Depression führt. Aber in meinem Fall scheint es so gewesen zu sein (vermute ich, wie will man das beweisen? Ist eine subjektive Gefühlssache, die man nicht messen kann). Ich habe noch oft Tage, wo ich durchhänge oder es mir schlecht geht, einfach weil zuviel los ist momentan. Aber die bleierne Schwere ist endlich weg. 


STIMME

Laut Stimmanalyse (App) ist meine Stimme noch immer im männlichen bis neutralen Bereich. Telefonisch werde ich noch immer für eine Frau gehalten. Auch real sagen mir Leute sehr oft, dass meine Stimme weiblich klingt. Sehr, sehr frustrierend! 

Seit der Dosis-Erhöhung hat es sich wieder etwas geändert. Was leider bedeutet, dass sie wieder einmal völlig unkontrollierbar ist. Da ich einen Job habe, in dem ich ständig reden muss und viel telefoniere, wünsche ich mir endlich eine stabile männliche Stimme. Muss ja nicht tief sein. Aber männlich erkennbar. Das würde mir genügen *seufz*. 


GESICHT

Keine Ahnung, was und wieviel sich da verändert. Ich selbst sehe mich täglich, daher kann ich das schwer beurteilen. Freunde, die mich ständig sehen, können ebenfalls kaum eine Aussage machen. Fotos müsste ich exakt im immer identischen Winkel aufnehmen, um das zu beurteilen. 

Wenn ich in den Spiegel blicke, sehe ich inzwischen einen Mann. Ob das nun an der Männerfrisur liegt? An meinem Empfinden im Körper? Meiner Einstellung mir gegenüber? Oder wirklich an einem geänderten Gesicht? Keine Ahnung. Ich hoffe einfach, dass die Umwelt mich nach und nach immer männlicher wahrnimmt ...

Rückmeldung anderer Leute besagt, dass sich einiges getan hat. Aber das ist schwer in Worte zu fassen.


HAARE

Wenn bei Testostart einem Frauenkörper eine beginnende Männerbehaarung wächst, fällt das sofort auf. Wenn ein Mischkörper bereits eine recht ordentliche Behaarung hat, fällt es nicht mehr sosehr auf, wenn weitere dazukommen. Habe aufgehört zu zählen ;-)

Natürlich bin ich noch kein Bär. Und noch nicht überall ist es voll gewachsen. Aber trotzdem ist zumindest dieser Part schon ordentlich männlich, das gefällt mir. Und ich habe das Gefühl, dass an den Waden, den äußeren Seiten der Oberschenkel und am Bauch inzwischen einiges dazugekommen ist in den letzten Wochen.


BART

Leider noch immer kein Bart. Neue Dosis hin oder her, das braucht einfach Zeit. Immerhin, zu den paar Haaren am Kinn kamen ein paar vereinzelte an den Wangen dazu. Kann man einzeln zählen (würde aber bisschen dauern, sind schon ein paar mehr) und fällt keinem auf, der nicht direkt neben mir steht und danach sucht. Aber, es ist ein Anfang :-)

Dort, wo die dunklen Haare wachsen, muss ich im Grunde alle zwei, drei Tage rasieren. Den Rest nur alle paar Wochen. Ich schau, dass ich das einmal die Woche mache. Unterm Kinn sieht das eh keiner, weil ich ja so klein bin, wer guckt da schon hin ;-)


HAUT

Keine Probleme mit Pickeln, Unreinheiten, Fett oder Trockenheit. Seit letztem Jahr hatte ich eine gerötete Stelle im Gesicht, deretwegen ich beim Hautarzt war. Hatte aber wohl nicht mit Testo zu tun, die Ärztin beschrieb es eher als Stressreaktion (klingt realistisch, davon hatte ich genug). Bekam eine Salbe, seitdem wird es schrittweise besser. 


ADERN, SEHNEN

Inzwischen ziemlich viele sichtbare Adern. Denke aber weniger, dass das an Testo liegt als vielmehr am gesunkenen Körperfett-Anteil (dank Kalorienzählen und Sport). Es ist etwas, das ich nicht als "hübsch" bezeichnen würde, aber es sieht athletisch und männlich aus, daher gefällt es mir. Da ich das aber noch nie hatte, muss ich mich tatsächlich erst daran gewöhnen, inzwischen sind es ziemlich viele. An der Schläfe, an den Händen, an der Schulter, an den Armen, sogar im Leistenbereich sieht man welche. 

Wenn ich meine Arme oder Beine anspanne, sieht man auch Sehnen. DAS ist freaky und wirklich extrem gewöhnungsbedürftig für mich. Vor allem am Unterarm, alle Achtung. 


STIMMUNG

Wesentlich stabiler und gelassener als zuvor. Ich fühle mich richtig gut. Nicht euphorisch oder ultrahappy, sondern einfach normal. Gut. Ausgeglichen. Es gibt mal gute Tage, wo ich motiviert bin. Und schlechte Tage, an denen ich mich gerne unter der Decke verkriechen möchte. Aber es ist alles in einem völlig normalen Maß. 


IMPULSIVITÄT

Was zur stabilen Stimmung in erstaunlichem Widerspruch steht, ist die Impulsivität. Die ist typisch Teenager. Pubertät. Könnte man hier in der Wohnung Türen knallen, würde ich wohl den ganzen Tag nichts anderes tun. 

Beim Rennspiel an der Wii kurz mal verloren - ich knall den Controller in die Ecke und schimpfe auf das Spiel. Beim Schnibbeln in der Küche fällt was runter - Wutausbruch. Jemand sagt was - ich versteh was anderes und geh sofort in die Luft. Ich bin mit dem Rad unterwegs und vor mir blockiert jemand im Schleichgang die einzige Radspur - muss mich beherrschen nicht den Stinkefinger zu zeigen während ich fluchend überhole. 

Das ist schräg. Denn eigentlich bin ich ja stabil. Fühle mich gut. Habe eine inzwischen sehr entspannte Haltung zum Leben. Eile mit Weile, alles ist gut, das wird schon, ich habe was ich brauche, und alles geschieht aus einem guten Grund. Niemand will mir etwas Böses, und das Leben ist zwar verdammt anstrengend aber trotzdem schön. Ich denke, das ist wirklich typisches Teenie-Verhalten. Im Nachhinein muss ich oft darüber lachen, wie ich mich gerade aufgeführt habe. Aber in dem Moment kann ich mich selbst nicht ausstehen. 

Es kostet mich enorm viel Anstrengung, das zu unterlassen. Im Alltag kann ich sowas einfach nicht machen, etwa auf Arbeit, beim Einkaufen, im Straßenverkehr. Da muss ich mich zusammenreißen. Das geht. Aber es kostet dermaßen viel Anstrengung, dass ich daheim völlig erschöpft bin. Und daheim habe ich oft nicht mehr den Nerv, mich zusammenzureißen. Was für meinen Partner und die mir nahestehenden Personen nicht immer einfach ist ...


WAHRNEHMUNG

Dazu kommt, dass ich das Gefühl habe, dass meine eh schon sensible Wahrnehmung inzwischen deutlich empfindlicher geworden ist. Seit Testostart wurde es eine zeitlang besser. Aber jetzt, wo die Dosis scheinbar sehr gut ist, sind meine Sinne sehr, sehr empfindlich geworden. Ist ja prinzpiell nicht negativ, und eigentlich bin ich dankbar dafür. Ich leide im Alltag oft darunter, dass ich so sensitiv bin, aber ich möchte es auch nicht missen. 

Leider aber führt das oft zu Reizüberflutungen, die wieder zu Stress führen. In Kombi mit Impulsivität nicht so gut ;-)

Ich hoffe und denke, dass das irgendwann wieder etwas weniger wird. Und momentan muss ich einfach lernen das als intensive Übung zu sehen. 

Ob das nun alles mit Testo zusammenhängt, ist natürlich schwer zu sagen. Aber da Impulsivität, Stimmungsschwankungen etwas typisch Pubertäres ist, erscheint es mir ziemlich logisch. Und dass meine Sinne überreizt sind, wenn der Körper so heftige Veränderungen mitmacht, kann durchaus auch psychisch bedingt sein, weil er einfach total auf Hab-Acht ist momentan ... 


GERUCH

Meinen eigenen Geruch nehme ich kaum noch wahr. Hatte damit gerechnet, dass mit steigender Dosis ich wieder heftiger riechen würde, aber das ist aktuell nicht der Fall. Kommt vielleicht noch, wenn ich im Sommer mehr schwitze? Aber derzeit ist alles beim Alten. Männlich aber dezent (vermute ich. Hab keinen gefragt, hat sich aber auch noch keiner beschwert *lol*). Finde es genau richtig :-)


MUSKELN

Merke wenig zusätzlichen Muskelwachstum. Aber trotz der reduzierten Kalorienzufuhr und des minimalen Trainings (das diesen Namen aktuell kaum verdient hat) erkenne ich keinen Muskelabbau. Es hält sich aktuell gerade recht gut die Waage. Gutes Zeichen, würde ich anders sporteln / essen hätte ich wohl einigen Zuwachs.


GEWICHT

Sinkend. Kostet mich viel Kraft und Disziplin. Aber ich möchte den KFA weiterhin noch ein wenig reduzieren, bin gerade auf einem guten Weg. 


TEMPERATUR

Wie mir von zwei Seiten bestätigt wird, bin ich seit Dosis-Steigerung scheinbar wieder wärmer geworden. Vor Testo Eisklotz. Nach Testo warm. Und jetzt hat Schatz mich glatt als Heizofen bezeichnet. 

Erstmals kam er kuscheln und ließ nach einer Minute wieder ab: "Du bist viel zu heiß, das geht nicht". Ha-ha! Acht Jahre lang hat er gejammert, warum ich an manchen Tagen nicht mit ihm kuschle und dass "zu heiß" einfach nur eine Ausrede von mir sei. Aber jetzt versteht er, was ich meinte ;-)


LIBIDO

Unverändert niedrig / hoch. Rein situationsbedingt, wie früher auch. Bin ich auch dankbar. Sinkend muss nicht sein, das wäre mir zu wenig. Und steigend muss sie auch nicht, ich möchte im Alltag mein Hirn gerne im Kopf tragen, nicht in der Hose ... 


FETTVERTEILUNG

Kann ich nicht beurteilen. Da ich ja seit Testostart schrittweise abnehme, gibt es weniger zu verteilen. Habe nicht das Gefühl, dass ich typische Problemzonen habe, die man männlich oder weiblich konnotieren würde, etwa eine Wampe oder einen fetten Hintern oder whatever. Es sitzt alles dort, wo es soll, und zwar schön proportional gesund verteilt.


TRÄNEN

Weiterhin ist mir Weinen fast nicht mehr möglich. Manchmal fühlt es sich so an, aber es kommt nichts. Aber es gibt einige sehr wenigen Momente, wo doch mal zwei, drei Tränchen fließen. Ich habe das Gefühl, dass auch die Tränensäcke sich reduziert haben. Augenringe immer noch, die gehen leider nicht weg. Aber früher hatte ich auf Fotos immer lästige Tränensäcke, die sind inzwischen verschwunden. Zählt das zu Fettverteilung? Zu Tränen? Egal, aber von mir aus können sie bleiben, wo der Pfeffer wächst! ;-) 


FAZIT

Die Entwicklung geht weiter. Schleichend, aber sie geht voran. In Sachen Stimme hätte ich gerne endlich den Cut, dass mal so RICHTIG was passiert. Und ich wünsch mir insgesamt auch optisch ein besseres Passing. Aber so etwas braucht halt alles Zeit. Denke, ich bin auf einem guten Weg. Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht ... 

2heartedman 21.04.2017, 21.44

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