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Vorgespräch Adnex

Habe ich Ende letzten Jahres noch geschrieben, dass ich wenn möglich gerne eine OP vermeiden würde - die Entscheidung pro OP ist nun doch gefallen.

Leider nicht aufgrund von "ich fühle mich bereit und habe mich entscheiden". Sondern aufgrund von "mir reichts, ich hab die Schnauze voll, mir doch egal Hauptsache weg damit". Die Gründe habe ich >hier< genannt. Zum Vorsgespräch und dem weiteren Vorgehen nun also hier in diesem Beitrag.

Manchmal braucht es eben solche drastischen Erlebnisse, um sich zu entscheiden. Ich war ja einige Male schon kurz davor, weil meine weiblichen Hormone immer wieder querschießen und mir Probleme bereiten. 

Ein >erstes Vorgespräch< hatte ich bereits 2016. Ein >zweites Vorgespräch< folgte in einer anderen Klinik kurz darauf.

In beiden Fällen wurde ich nicht wirklich aufgeklärt sondern mit "ich weiß es nicht, aber ich würde mal vermuten" abgespeist. Das ist keine beruhigende Aussage von einem Arzt, und auf dieser Grundlage wollte ich mich nicht operieren lassen. Wenn der Arzt im Krankenhaus keine Ahnung hat, was er da tut und ob das sinnvoll ist, werde ich ganz sicher nicht meinen Körper unters Messer legen!

Es gibt sehr viele Transmänner, die neben der Hormonfabrik auch den Rest entfernen lassen, weil sie sich danach den Gang zum Frauenarzt sparen (Krebsvorsorge).

Die Risiken der Entfernung der Gebärmutter mögen gering sein, aber sie sind höher als wenn man alles drinlässt, wo es hingehört. Mit meinem Körper spiele ich kein Lotto. Und gegen das Krebsrisiko gibt es die Vorsroge. Ob das Risiko durch Testo erhöht ist oder nicht, da streiten sich die Fachleute noch immer. Bio-Männer gehen zur Prostata-Untersuchung, ich als Transmann eben zur Untersuchung Gebärmutter. Na und? 

Ich will einfach nur die weiblichen Hormone ausknipsen. In beiden Vorgesprächen wollte man mir aber den Rest auch noch entfernen. Das hat was von "möchten Sie noch Pommes zum Burger?". Ich habe keine Lust, gleich das Rundumpaket zu buchen, nur weil ich eh schon unterm Messer liege. Erst recht nicht, wenn man mir sagt "eigentlich hab ich keine Ahnung, aber ich vermute halt mal". 

Nach dem Stress der letzten Wochen wurde es mir alles zuviel. Ich habe mich entschieden: ich will Ruhe vor dem in meinem Körper erzeugten weiblichen Hormonkram. Und weil ich keine Lust auf "ich vermute mal" - Sprüche von uninformierten Ärzten hatte, rief ich in einer Klinik an, die routinemäßig Transmänner behandelt. Und tatsächlich bekam ich zwei Tage später sofort einen Termin für ein Vorgespräch. Ist eine weite Fahrt. Und mag für eine Routine-OP, die bei Bio-Frauen Standard ist, übertrieben klingen. Aber im Gespräch merkte ich sofort: die haben Ahnung und wissen, was sie tun. War eine gute Entscheidung, mich an diese Klinik zu wenden.

Keine blöden Fragen wegen der Kostenübernahme (die zweite Klinik im Gespräch damals hatte Angst, man könne eine weibliche OP an einem männlichen Patienten nicht abrechnen). Kein "darfs noch ein bisschen mehr sein". Kein Schönreden sondern ehrliche Aufklärung über mögliche Risiken (die ersten beiden Kliniken taten so, als wäre die OP ein Spaziergang ohne Risko, das Behalten der Organe dagegen ein Horrorszenario ohnegleichen). Das Wissen um die Unterschiede zwischen Biofrau und Transmann (das fehlte in den anderen Kliniken deutlich, die sahen mich als Frau und gingen von teils völlig falschen Annahmen aus). Und ich bekam die Zusage, dass ich mein Zimmer mit anderen Transmännern teilen werde (in den anderen Kliniken hätte ich auf der Frauenabteilung gelegen).

Der Arzt war sehr kompetent und freundlich. Da ich keine weiteren Operationen plane, kann man bei mir tatsächlich auch minimalinvasiv vorgehen und mit nur einem einzigen winzigen Schnitt alles erledigen (die anderen Kliniken hätten mich ganz normal aufgeschnitten). Ich wurde über alles genau aufgeklärt, meine Fragen wurden ernstgenommen und beantwortet. Nun habe ich tatsächlich ein richtig gutes Gefühl bei der Sache und bin mir sicher, dass es nun soweit ist und ich diesen Schritt gehen werde. 

Ich habe sehr schnell einen Termin für die Operation bekommen. In wenigen Wochen ist es soweit. Bis dahin werde ich mich innerlich darauf einstellen und auch meine Vertretung auf Arbeit planen. Die Operation ist noch vor der nächsten Testo-spritze, und danach wird mein weibliches Hormon niemals wieder durch die Decke schießen. Danach darf Testosteron endlich so wirken, wie es eigentlich soll.

Vielleicht geht es mir dann einfach nur besser, das wäre ein riesiger Fortschritt. Vielleicht werde ich ja sogar noch einmal einen kleinen Schub in Sachen Vermännlichung machen, das wäre das Sahnehäubchen obendrauf. Abwarten ;-)

2heartedman 23.01.2019, 16.24

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