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Stimmtherapie 3 - Körper, Anatomie, Klang

Dieses Mal ist die Logopädin an einige wunden Punkte gestoßen. Die Stunde war sehr, sehr heftig für mich.

Sie hat es gleich dreimal geschafft, ein paar typische Blockaden von mir zu erwischen, bei denen ich im Alltag Probleme bekomme. Zwei davon sind lediglich sozialer Natur (und ich habe gelernt damit klarzukommen). Aber die dritte ist anatomisch, und da habe ich heftig schlucken müssen. Als sie sagte, ich solle eine Übung ausführen, saß ich nur da, starrte sie an wie das Reh im Scheinwerferlicht und konnte nicht. Herzrasen, schwitzende Hände, Zittern, mir wurde heiß und ich habe angefangen mich total zu verkrampfen. Weiß nicht, wieviel man davon nach außen hin gesehen hat, ich bemühte mich natürlich nicht aufzufallen. Habe aber angesprochen, warum mir die Übung gerade schwer fällt und ich das nicht schaffe. 

Aber sie konnte mir in diesem Punkt einige Ängste nehmen und mich beruhigen. Andere sprechen das Thema nie an, sie ist da sehr direkt, und das war in dem Fall auch gut (kostete mich aber riesige Überwindung). Mir war bis zu diesem Punkt auch nicht bewusst, wiesehr sich diese Eigenart (entstanden daraus, dass ich es zu verstecken versuche) tatsächlich auf mein Sprechen, meine Sprache und meine Gesichtsmimik auswirkt (auch die Mimik trägt ja zur Sprache bei). 

(Faszinierende Beobachtung, gerade einmal zwei Stunden später: seit sie das angesprochen hat, ertappe ich mich ständig dabei. Puh, heftig! Schätze, das fällt keinem auf, aber mir jetzt vermutlich ständig. Echt schwer! Aber gut so)

Ansonsten, abseits vom diesen Blockaden: wir fingen mit einer einfachen Übung an. Wir saßen Rücken an Rücken, Hand an Hand, sodass ich spüren konnte, wo und wie sich bei ihr beim Atmen und Sprechen welche Rückenpartien bewegen. Das sollte ich dann nachahmen. Es ist wirklich ungewohnt, beim Sprechen auch Muskeln am Rücken zu bewegen. Das erste Mal im Stehen und sitzend auf einem Hocker im Raum. Das zweite Mal im Stehen, Sitzen auf einem Hocker, liegend. Dieses Mal im breitbeinigen Sitzen auf einer Rolle und dann am Sitzen auf dem Hocker mit Rücken zur Wand. Immer die gleiche Atmung, Bewegung, Übung in unterschiedlichen Körperhaltungen. Und jedes Mal klingt es anders, fühlt es sich anders an. 

Dann setzte ich mich auf einen Hocker, Rücken zur Wand, genau die gleiche Übung. Dieses Mal aber sollte ich den Kopf in verschiedene Positionen bringen. Auf den Boden gucken, nach rechts, links, oben, unten, geradeaus, in die Ferne, nah. Diese Kleinigkeiten führten teilweise zu erstaunlichen Unterschieden. 

Die Übungen sollte ich mal mit A, mal mit U, mal mit I sprechen. Dabei werden die Stimmbänder unterschiedlich bewegt, und es klingt jedes Mal anders. Freundlicher, ruhiger, gemütlicher, aggressiver, härter, weicher. 

Und dann ist da noch die Anatomie: Kiefer, Kopf, Mundpartie, Wangen. Je nach Anatomie werden andere Vokale begünstigt. Es gilt herauszufinden, wie es bei mir aussieht. Und zu lernen, wie ich die anderen Vokale gut sprechen kann (das i zB liegt mir gar nicht. Ich kann es sprechen, indem ich dabei das Gesicht verziehe wie beim I typisch, das ist nicht gut. Oder ich kann es sprechen, indem ich es meiner Anatomie anpasse). 

Herrjeh, und ich merke, wie extrem schwer es ist, manche Dinge hier zu erklären. Aber, wie ich letzte Stunde schon schrieb: die Logopädie wie sie es bei mir macht ist tatsächlich nichts, das ich als Anleitung an andere weitergeben kann. Sondern es ist ein explizites Üben mit den mir gegebenen Mitteln und Möglichkeiten. 

Je nachdem, wie ich spreche (bezogen auf Vokale und Körperhaltung) klingt meine Stimme unterschiedlich. Mein Ziel ist es, sachlich und weich zu klingen. Und besser zu modulieren (weil ich momentan für mein Empfinden recht monoton bin). Alles drei scheint gut möglich. Sie sagt, das mit dem Modulieren klappte super und ginge sehr gut bei mir. Auch das Weiche, Freundliche, Gemütliche, Sachliche bekomme ich gut hin. 

Aber, momentan habe ich eher das Gefühl, als wäre ich ihre Marionette. Sie sagt "so und so, dieser Winkel, das und das machen, hiiier noch ein bisschen, uuuuund jetzt, genau, so muss das" und ich spreche. Sie muss das noch kontrollieren, moderieren, vorgeben. Alleine spreche ich wie bisher und schaffe es nicht, das zu ändern. Sie arbeitet daran, das zu verfestigen, zu verbessern, auszuweiten. Ich habe ja bisher auch nur zwei von drei notwendigen Punkten im Körper erarbeitet, mit denen ich sprechen soll. 

Herrjeh, was erwarte ich? Das war heute Stunde 3 von rund 15-20 Stunden. Nur Geduld, das wird schon noch ... 

2heartedman 31.01.2018, 20.15

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