two hearted man
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
2017
<<< Dezember >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    010203
04050607080910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
Statistik
Einträge ges.: 936
ø pro Tag: 0,9
Kommentare: 240
ø pro Eintrag: 0,3
Online seit dem: 05.12.2014
in Tagen: 1101

Ausgewählter Beitrag

Sozialgericht - Antrag auf Epithese

Letzte Woche war die Verhandlung wegen meiner Epithese.

Möchte das öffentlich gar nicht so ausbreiten. Zum einen, weil es etwas sehr Intimes ist. Und zum anderen deswegen, weil es eine juristische Angelegenheit ist und ich als Laie nicht irgend etwas Falsches schreiben möchte. 

Aber: man darf mich gerne über das Kontaktformular anschreiben. Wenn Du via Google auf diesen Beitrag stolperst, weil Du selbst von der Kasse eine Ablehnung erhalten hast und Info suchst, dann schreib mich ruhig an ;-) 

Was ich hier schreiben kann: 

die Richterin verlas die Akte, also meinen Antrag, die Ablehnung der Kasse, meine beiden Widersprüche, und so weiter. Dann erklärte sie, dass es nicht DIE Transition gibt, welche rechtlich bestimmt werden kann. Sondern dass jeder Mensch individuell seinen Weg geht, sei es mit oder ohne Hormone und medizinische Eingriffe. Und dass die Kasse nicht das Recht habe, dem Patienten einen Weg vorzuschreiben. Es gälte den Leidensdruck zu lindern, und dies sei eben höchst individuell, in meinem Fall eben durch eine Epithese statt eine Operation. 

Der Anwalt der Kasse wurde gefragt, ob er noch etwas dazu sagen möchte. Nein, wollte er nicht. Die Kasse hat meinen Anspruch anerkannt. 

Das bedeutet für mich und allgemein:

Es wurde nicht mein Antrag bewilligt, sondern mein Anspruch anerkannt. Eine Epithese ist nur begrenzt haltbar, dann benötigt man eine neue (Körper verändert sich, Material wird müde usw). Wenn es soweit ist, muss ich keinen neuen Antrag stellen, denn der Anspruch besteht. Punkt. 

Es gibt kein Urteil, auf das andere Betroffene sich berufen können. Wäre ja auch zu schön gewesen, einen Präzedenzfall zu schaffen, aber das hat die Kasse auf diese Weise geschickt vermieden. War mir aber vorher klar. 

Obwohl es kein Aktenzeichen gibt, mit dem andere Betroffene vor ihrer Kasse argumentieren können, bezog sich die Richterin auf ein BSG-Urteil, welches man gut zur Argumentation verwenden kann. Dem zu widersprechen dürfte schwer fallen ;-)

Einzig schade ist, dass die Krankenkassen es immer wieder versuchen. Es ist zermürbend, kostet Zeit und Kraft. Die haben viele Betroffene nicht, und darauf spekuliert man. Die Kasse hatte nichts zu verlieren: Wäre das Urteil zu ihren Gunsten gewesen, hätten sie Glück gehabt. Wäre das Urteil zu meinen Gunsten - verzichtet man auf ein Urteil und erkennt schnell noch den Anspruch an, dann gibt es kein Aktenzeichen, keinen Präzedenzfall, alles gut, man kann es ja mal probieren ...

2heartedman 04.07.2017, 15.52

Kommentare hinzufügen

Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Sido

Erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass sich dein Kampf endlich doch noch ausgezahlt hat! :)
& klar, es ist auf die eine Weise schon schade für die, die damit auch Probleme haben, ABER es gibt ihnen ganz bestimmt Hoffnung. Wenn das mal kein Anfang ist ;)

vom 15.08.2017, 14.52
Antwort von 2heartedman:

Ja, immerhin ein Anfang ... 
wer weiß, vielleicht wird ja wirklich einiges am TSG geändert und die Richtlinien nicht nur aufgehübscht sondern wirklich verbessert, sodass die Nachfolgenden es einfacher haben werden ...