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Stimmtherapie 8 - Stabilität und Sauberkeit

Heute waren wir wieder in der Tiefe. Die gilt es nämlich zu festigen.

Ich komme schon recht gut runter. Aber es geht noch weiter. Wobei es weniger die Tiefe des Tons ist als vielmehr die Tiefe der Verortung im Körper. Frauen sprechen eher von weiter oben Schulter Brustbein usw, während die Stimme bei Männern tiefer sitzt Richtung Beckenboden, Leisten usw (mal ganz platt formuliert). 

Inzwischen komme ich schon sehr gut runter, es fühlt sich toll an, ich mag das. Aber es klingt auch ungewohnt, ich erschrecke manchmal vor mir selbst und rutsche automatisch wieder höher. Sei es bei einem Fragesatz, wo ich sofort am Ende erhöhe und oben weiterspreche. Oder sei es, weil ich nicht darauf achte und automatisch oben anfange. Oder weil ich lachen muss und dadurch den Kontakt nach unten verliere. Oder weil es noch nicht stabil ist und ich es "kräftemäßig" nicht halten kann. 

Ja, tatsächlich "kräftemäßig". Es sind ja Muskeln, die bewegt werden, die trainiert werden müssen. Und da unten zu sprechen erfordert Übung, Konzentration und Training. Das sind Muskeln, die ich so nicht trainiert habe und die ich erst einmal finden und dann bereithalten und aktiv einsetzen muss. Das ist gar nicht so leicht! 

Was auch geübt wurde: dass der Ton sauber und klar klingt. Ich will hier jetzt nicht ausholen mit Randkantendominanz, Schwingung der Stimmlippen und Schließen der Stimmritze und Co, ich verstehe was die Logopädin meint, fühle es im Körper und weiß wann es klappt und wann nicht, aber könnte es nicht in Worten für andere erklären. 

Momentan entweicht mir noch viel Luft, ich fühle mich in der Tiefe sehr kurzatmig. Dazu klingt es unsauber, wenn zuviel noch mitschwingt, und ich rutsche dann schnell nach oben, weil ich diese Unsauberheit korrigieren will. Es ist nicht leicht, aber es macht Spaß.

Ich erschrecke manchmal vor mir selbst. Öffne den Mund, spreche wie sie es mir gezeigt hat, höre mich selbst. Ja, es gefällt mir. Aber selbst hört man sich natürlich anders als die Außenstehenden. Und ich habe dann das Gefühl "so kann ich nicht reden, das muss doch jedem auffallen" oder "die gucken mich gleich alle an, weil ich plötzlich so völlig anders klinge". 

Vor allem: Da ich die Stimme im Alltag noch nicht komplett halten kann, habe ich Angst, sie einzusetzen. Denn dann rede ich in der männlichen (Körper)Tiefe und kurz darauf rutsche ich wieder nach oben Richtung Lenden oder rauf zum Brustbein oder bei Stress gar in die Schulter, schwupps erinnere ich mich "das geht anders" und spreche wieder aus dem Beckenboden heraus und klinge völlig anders. Da müssen die Leute mich doch für bescheuert halten, warum ich ständig so oft variiere?!? 

Deswegen möchte ich das erst einmal zu Hause, mit Freunden, im Alltag üben, bevor ich in Kundenterminen so spreche. Keine Ahnung, ob das gut ist. Besser wäre vermutlich, ich mache das gleich immer und überall, aber ... naja, "Angst vor der eigenen Courage", vermutlich würde niemand blöd gucken, wenn ich so rede. Weil sie den Unterschied gar nicht so extrem hören wie ich selbst. Ich müsste mich wohl einfach mal überwinden ... 

2heartedman 28.02.2018, 11.29

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