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Stimmtherapie 4 - Wird langsam tiefer und voller

So langsam geht es vorwärts ...

Heute begannen wir wieder mit der Übung vom letzten Mal: Rücken an Rücken sitzen. Das letzte Mal hat sie die Übung zuerst ausgeführt, sodass ich ihre Bewegung dabei spürte, quasi ihren Ton abnehmen und nachahmen konnte. Dieses Mal macht sie es ein zwei Mal vor, danach habe ich dann losgelegt, und sie hat meinen Ton übernommen. 

Sie meinte, bisher habe es so funktioniert, nun komme ich tiefer und sie könne da nicht mehr begleiten (sie käme dagegen mit meiner Hilfe jetzt tiefer als alleine, aber das sei ja am Ende nicht das Ziel). Sie setzte sich dann ans Klavier, begleitete die Töne, während ich meine Übungen brummte / sprach (einerseits, um mich zu imitieren, die Tonhöhe festzustellen. Andererseits, um etwas tiefer zu gehen, um mich dadurch "mitzuziehen" bzw zu "halten"). 

Letztes Mal habe ich ja einige Silben gesprochen und anschließend Wörter. Dieses Mal sollte ich die Wörter dreimal wiederholen. Dabei fiel mir auf, wie ich beim ersten Mal das Wort noch schön voll und sonor sprechen kann (weil aus der Übung heraus entsprechend die Kehle schön offen ist, die Stimmbänder in richtiger Position oder whatever), es beim zweiten Mal noch einigermaßen geht und das dritte Mal schon deutlich schwächer ist (spüre es richtig im Körper und auch im Mundraum, wie der Mund anfangs noch gefüllt ist mit dem Wort und es dann irgendwie kleiner Wort. Seltsames Gefühl und schwer zu beschreiben). Ich kann es mit sehr viel Konzentration halten, aber es ist nicht leicht momentan.

Ich spüre selbst, wie sich beim Brummen / Sprechen in der Tiefe das Zwerchfell bewegt, die Muskulatur deutlich spürbarer ist als in den ersten ein, zwei Sitzungen. Das erstaunt mich, weil so wenig nötig war zur Aktivierung, und weil ich jetzt auch nicht soooo viel geübt hatte. Trotzdem schon so ein klarer Unterschied, da war ich schon baff. 

Ich muss oft lachen. Einerseits ihre Art, andererseits die Übungen an sich. Dann ein o oder u zu brummen, obwohl die Mundwinkel sich zum Lachen verziehen, ist wirklich schwer. Außerdem kriege ich manchmal keinen Ton heraus, wenn das Hirn sich verknotet. Auf das Klavier hören, die ö und ü und i und sonstigen Vokale in richtiger Reihenfolge in richtiger Tonhöhe im Legato, dabei womöglich noch auf die Atmung konzentrieren ... also, nein, soll mich nicht darauf konzentrieren, tue es aber trotzdem (und wenn ich es nicht tue, sage sagt sie "stop, nicht richtig eingeatmet"), HAAAAARCH ich bin nicht multitaskingfähig! Atmen UND Sprechen UND dann auch noch eine bestimmte Tonhöhe brummen und variieren, neeeeeeee ... bin dankbar wenn ich das Atmen nicht vergesse, während ich gerade denke. Mein Kopf denkt zuviel, manchmal würde ich ihn gerne abschrauen und beiseite legen, wenn ich gerade etwas anderes tun muss. 

Sie erklärt sehr viel, das mag ich und hilft mir. Aber es frustriert mich auch, dass ich einen Teil davon nur schwer verstehe. Es ist viel Fachsprache, das gefällt mir, und ich schlage einiges davon zu Hause nach, und die Worte an sich verstehe und kenne ich, aber ihr Tempo ist schon recht ordentlich, die Zeit vergeht sehr schnell und sie nutzt sie sehr intensiv. Bevor die Info sich bei mir setzen kann kommt auch schon die nächste Übung, das geht ruckzuck, da kann ich gar nicht denken (glaube, sie versucht zu verhindern dass ich denke, aber da müsste sie mir wirklich das Hirn amputieren, das schaffe ich nicht, sosehr ich das gerne würde) ... 

Zu den Übungen, die ich mache: das möchte ich hier nicht detailliert erklären. Wie schon in den Sitzungen zuvor erwähnt, das ist einfach zu explizit auf meine Anatomie zugeschnitten. Ich zische ein stimmhaftes S, das hinten am unteren Rücken spürbar ist und das ich in Wellen brumme / zische und dann mit Vokalen kombiniere.

Das i fällt mir besonders schwer, dabei kippt es noch und deswegen muss ich lernen, das zu stabilisieren. Dazu brumme / singe ich einige Vokale im Legato, die ich gut kann und die alles etwas lockern / öffnen, um dann am Ende bei dem ollen i zu landen. I ist halt so ein fieser Vokal, bei dem die Stimme gerne hochgeht und wo ich dann wieder raufrutsche, nicht von der Stimme sondern von der Verortung der Stimme her, sodass ich schwupps wieder in der weiblichen Sprechweise drinhänge. Aber heute klappte es mit ein paar Tricks gut, dass ich das i unten lassen konnte, das empfand ich als Erfolg. 

Jetzt kann ich natürlich beim Sprechen nicht ständig bei jedem i daran denken unten zu bleiben, da wird man ja irre! Andererseits, ich kann auch nicht bei jedem Großbuchstaben daran denken, meinen Zeigefinger auf die Shift Taste zu legen, und trotzdem tue ich es inzwischen. Wird hier also auch klappen, ganz sicher! 

Ach ja, es ist jedes Mal spannend. Und die Zeit vergeht wie im Flug, ich bin immer wieder erstaunt. Mein nächster Termin ist bereits am Freitag. 

Jetzt stehen also zwei Dinge an: einmal den Tonumfang vergrößern (was wohl etwas aufwändiger wird und einiges an Übung erfordert) und vor allem die Stimme in der männlichen Lage zu stabilisieren und mich von den einzelnen Wörtern hochzuarbeiten zu ganzen Sätzen ;-)

2heartedman 07.02.2018, 21.09

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